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Wieder verkostet...
Wir verkosten im Laufe des Jahres viele, viele Weine. Aus vielerlei Gründen:
Wir kosten die neuen Weine unserer Partner, um unser Sortiment auf dem
Laufenden zu halten. Da kommt eine Menge zusammen! Wir wollen Ihnen da
ja immer das Schönste all' unserer Weingüter bieten, und da
heißt es probieren, probieren....
Weiters halten wir Ausschau nach Neuem, was unser Sortiment für
Sie bereichert. Wir sind nicht ständig auf der Suche, aber wir
halten die Augen (und die Zunge) offen für neue Weingüter,
besonders in unseren drei Haupt-Weinbauländern Deutschland,
Österreich und Frankreich.
Manchmal kosten wir auch monatelang auf Weine aus Italien, Spanien,
Portugal, um dort unser Sortiment zu erweitern, wo wir
bekanntermaßen nicht ganz so stark sind. Auch wenn diese
Länder nicht sehr umfangreich bei WEIN-KERN verteten sind, wollen
wir Ihnen doch attraktive Weine anbieten. Und auf wenig Neues kommt
unendlich viel Gekostetes....
Man glaubt es nicht gerne, aber es ist tatsächlich so, daß
der Weinhändler nicht allzu oft Gelegenheit hat, Wein einfach aus
Genußsucht, aus Spaß zu trinken! Uns geht es jedenfalls so.
So kommt es, daß man manchmal eine Flasche Wein aufmacht, die man schon eine Zeit lang nicht mehr getrunken hat, auf
die man nun heute abend einfach mal Lust hat: die muß es heute
sein!!!
Und gerade bei diesen Weinen erlebt man oft, daß sie sich überdurchschnittlich gut entwickelt haben! Noch mehr Freude als erwartet!!! Und daran wollen wir Sie teilhaben lassen - in unserer Rubrik "Wieder verkostet...".
Zu einfacheren Übersicht: Weißweine markieren wir blau, Rotweine rot.
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2006 Gewürztraminer Spätlese trocken
Weingut Jülg, Schweigen / Südpfalz
(18. Oktober 2009)
Der 2006er "Gewürz" von Werner Jülg war ein schöner,
angenehmer Wein, mit dezenter Frucht, für einen Pfälzer nicht
so viel "Speck auf den Rippen". Gerade, direkt, ganz trocken, eben ein
guter Wein.
Gerade hab' ich von einer Tour unseren
Lieblings-Munster-Käse aus dem Elsaß mitgebracht, auch
für meinen Mitarbeiter. Tom Radermacher nimmt sich zum Käse
einen Gewürztraminer mit (klassisch) - den 06er von Jülg. Am
nächsten Tag sagt er, der Wein habe sich wunderbar entwickelt. Ach
ja, denke ich, lange nicht probiert. Mitnehmen! Und was für eine
Überraschung! Ich hab den Wein das letzte Mal mit Werner Jülg
in Schweigen getrunken. Vielleicht im März, April dieses Jahr. Da
war er schön, so wie ich ihn kannte.
Heute aber steht er ganz toll da, noch viel besser als erwartet, sehr
gut entwickelt: er hat sich eine wunderbar glockenklare, deutliche
Frucht zugelegt (frische Blüten, Rosen), dazu eine schöne,
kraftvolle Würze. Geblieben ist das Direkte, Trockene: das gibt
dem Weine eine herrliche Frische und Spannung, schönen Nachhall.
Überhaupt nichts Ermüdendes (das hat GT mit seiner dezenten
Säure mal gerne), eher animierend! Und auch dem Käse bietet
er lässig Paroli - na, das wußte ich ja. Jetzt will
ich dem Wein eine weitere Plattform schaffen, um zu glänzen:
Rehkotelett mit Quittensoße, das stelle ich mir toll vor (viel
Frucht in der Sauce, aber den Wildfond nicht zu konzentriert). Auch
Wildschwein wird so sehr gut gehen. Man trinkt "Gewürz" ja
eigentlich viel zu selten....
Ach ja, und genaugenommen ist hier für überschaubares Geld ziemlich viel Wein in der Flasche!! -wk-
(8,70 Euro / Flasche 0,75 l)
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2005 Menetou-Salon Rouge
Domaine Philippe Gilbert, Menetou-Salon / Loire
(13. Oktober 2009)
Die Nachbar-Appellation von Sancerre mit ihren nicht mal 500 ha
Weinbergsfläche ist in Deutschland nicht besonders bekannt. Auf
den Böden, die von jurassischem Muschelkalk geprägt sind,
wachsen die gleichen (begrenzten) Rebsorten wie in Sancerre:
ausschließlich Sauvignon Blanc für den Weißwein und
ausschließlich Pinot Noir = Spätburgunder für Rotwein
und Rosé.
Nun ist ja bekannt, daß ich sehr gerne Spätburgunder trinke.
Ich mag auch einen frischen, eher holzneutralen Stil. Heute habe ich
mir den Menetou-Salon ROUGE von Philippe Gilbert mit heim genommen. Mir
war danach. Leichtes Abendessen, es sollte auch ein eher feiner
Weinstil sein.
Flasche öffnen, Wein in ein großes Glas gießen (heute
abend zu faul zum Dekantieren...) - ein wunderbar betörender Duft
umhüllt mich und animiert zu einem großen Schluck. Ah,
herrlich! der Wein hat sich konsequent weiterentwickelt, bleibt dabei
seiner Art treu. Vergoren im Holzgärständer, im Edelstahl
gereift; einem Top-Jahrgang entstammend; erstklassiger Winzer. Ein Wein
mit Frische, Rasse, eleganten Fruchtnoten von Himbeere und Erdbeere.
Schon immer. Jetzt aber! Alle Aromen sind am rechten Platz, alles ist
gut entwickelt, so soll er sein, so schmeckt er perfekt! Heute habe ich
den Wein zu einem genialen Zeitpunkt erwischt (keine Sorge, da bleibt
er noch zwei, drei Jahre)!! Das ist einen Tip wert! (Soll ich mir noch
ein Fläschchen öffnen???) -wk-
(11,80 Euro / Flasche 0,75 l)
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